im rifgebirge
13.11.08
nachdem gestern wäscheabhol und erledigungstag war, geht es heute los nach afrika!
Also alles zusammenpacken und noch einige vorräte einkaufen. Natürlich müssen auch alle wasserkanister wieder mit trinkwasser (welches wir nicht trinken,dafür kaufen wir mineralwasser) aufgefüllt werden. Laurent weiss da ein plätzchen am strand wo man dies kostenlos tun kann. Nach dem Mittagessen fahren wir also los nach algeciras, dort soll der günstigste fährtarif sein. Na ja, soviel günstiger wars nun auch nicht, aber janu. Um 16:30 fahren wir auf die fähre, wären allerdings fast nochmals raus aus dem hafen gefahren, da uns die hafenpolizistin in die falsche richtung gewunken hat. Zum glück sind wir mit unserem auto sehr auffällig und der typ vom billetschalter hat dann ganz aufgeregt in die andere richtung gewunken.
Als wir in ceuta von bord gehen sind wir geografisch gesehen schon in afrika, politisch aber noch in spanien. Zollfrei, darum wird der dieseltank nochmals randvoll gemacht. (bei unserer abfahrt dachten wir, dass wir wegen des ständig steigenden dieselpreises wohl nicht so lang wie geplant unterwegs sein können. Un d nun ist er widererwarten stetig gesunken. J ).
Nun aber hopp über die grenze nach marokko. Das hopp ist aber ein flopp. Laurent und stefan müssen ewig warten bei dem schalter für formalitäten. Aller drängeln und ständig werden andere vorgewunken. (da waren wohl einige euros unter den pass gelegt worden!) 2stunden später, es ist längst dunkel haben auch wir es geschafft.
Auf direktem weg fahren wir der küste entlang nach martil, kurz vor tetuan, auch den campingplatz, wo wir alle obwohl es schon sehr spät ist im restaurant eine feine tagine (gemüseschmortopf) essen gehen. Nanuk benimmt sich vorzügliche obwohl er eigentlich todmüde sein müsste.
14.11.08
stefan kommt happy von den duschen zurück. Das wasser ist schön heiss. Juhee, freudig mache auch ich mich auf den weg, mal wieder den dreck loszuwerden. Aber ohweh. Die marokkaner sind nicht gerade zimperlich mit ihren frauen. Von 10 duschen hat nur eine einen warmwasserhahn, und dieser funktioniert nicht! Pah, da geh ich doch frech zu den männern rüber!
Als ich zurückkomme kommt mir gerade ein angestellter mit dem rasenmäher entgegen. Christoph, das wär doch was für deine nachbarn. Der macht zwar auch ab und zu ein geräusch, doch lässt sich das mähäää ziemlich gut aushalten finden wir. J 
Nach grosser wäsche (von hand) sind wir alle mit dem weissen iveco (die haben noch 3 zusätzliche sitzplätze am tisch, rückwärts zur fahrrichtung eingetragen) in die stadt nach tetouan.
An einer grossen kreuzung werden wir von einem marokkaner heftig bewunken und er rennt uns nach. (der muss gute augen haben und das nummernschild gelesen, denn sonst fällt laurents auto in marokko nicht auf. J ). Er will uns zum parkplatz füren.. doch das tor des platzes ist zu niedrig, da laurent ja noch das beiboot, die fahrräder und das surfbrett auf dem dach hat. Also weiter zum nächsten platz. Irgendwann ist der marokkaner aber zu müde um uns vorauszurennen und er springt einfach rein und quetscht sich zwischen virginie und den kindersitz von zephyr und lotzt uns zum nächsten parkplatz.
Nanuk schläft noch aber das ist kein problem, denn stefan und laurent müssen erst die scheibe an der fahrertür reparieren. Als laurent diese nämlich beim zuschliesen hochkurbeln will, klappt das nicht mehr. Als dann alle wach und fertig repariert ist, und der marokkaner nicht müde geworden ist sich uns als guide anzubieten gehen wir los in die medina. (altstadt).
Mehrmals viersichern wir dem guide, dass wir ihn nicht brauchen und auch nicht wollen doch er bleibt. Wir geben nach und denken uns; behalten wir diesen, haben wir ruhe von den anderen! J
Er verspricht uns einiges was er uns zeigen will. Schlussendlich sind wir im haus eines teppichhändlers gelandet, der uns aber netterweise auf seine terasse bringt wo wir eine tolle aussicht geniesen und nur einmal fragt ob wir einen teppich möchten. Beim kräutermann werden uns einige sachen gezeigt und wie in einer show angepriesen. Der typ war glaub ich mal zauberer oder so, war sehr witzig wie er das gemacht hat.
Schlussendlich waren wir überall nur nicht dort wo wir eigentlich hinwollten. Aber wir hatten ruhe von guides welche sich uns anpreisen wollten. J
Zurück auf dem camping steht für nanuk noch baden auf dem programm. Er hat nun seine eigene badewanne.
Während ich am abend nanuk ins bett bringe, bespricht stefan mit laurent die weiteren pläne. Es sieht so aus als würden sie es schön finden, wenn wir bis nach senegal mitkämen. Stefan meint dort könnte man unser auto nach hamburg verschiffen wir wären dann aber einiges früher als geplant wieder zuhause.
Mich reizt momentan aber weder mauretanien noch senegal. Sowieso haben wir ja im februar ein date mit meinen eltern in marokko. Also ich denke wohl eher nicht.
15.11.08
der plan war nach chefchouen zu fahren und unterwegs in oued laou, wo heute souk (also markt) ist einzukaufen. Aber es kam so:
die route der küste entlang war super. Wunderbar und unverbaut, aber oje die ersten grossen bautafeln und bagger für so richtig grässliche bunker stehen schon. In 10 jahren ists hier wohl so schlimm wie überall am meer wos mal sooo schön und idyllisch war. 
Die strasse ist nicht so toll, darum dauert es etwas länger bis wir in oued laou ankommen und die händler packen schon wieder ein. Er reicht geradenoch für den kauf von oliven (juhuuu, endlich. Wie lange haben wir uns doch auf die besten oliven der welt gewartet!) und einen teppich für den aussenbereich von unseren nachbarn.
Nach ca. 10km entschliessen wir uns bei einem parkplatz in der nähe der strasse zu nächtigen, da es schon bald dunkel wird und der weg nach chefchouen sehr weit.
16.11.08
heute ist Sonntag, doch die buben müssen auch heute ihre schulstunde abhalten, dass sie mit dem stoff durchkommen. ich bin gerade am rumkruschen im auto, da kommt stefan der draussen ein ruhiges plätzchen suchen wollte um etwas arabisch zu büffeln, humpelnd zum auto.anscheinend ist er am hang ausgerutsch, als er nanuk beim aufstehen helfen wollte und hat sich dabei sehr heftig das knie an einem stein aufgeschlagen. Virginie und ich verarzten ihn. Dabei staunt virginie nicht schlecht über das viele material das stefan dabei hat. Sie meint, wir seien ja nun wirklich gut versorgt. Im weissen iveco eine ärztin (sie) und im roten iveco stefan als rettungsanitäter. (dazu noch laurent und ich, welche immer alles besser wissen J ).
Es sah schlimmer aus als es war. Doch fahre heute trotzdem ich, damit stefan sich etwas ausruhen kann. Weit kommen wir allerdings nicht. Das liegt aber nicht an meinem fahrstil sondern wir entdecken schon nach ca. 16km dass es an den felsen entlang der strasse kletterrouten hat. Wir halten, holen unsere sachen und klettern. Es kommen auch gleich einige männer aus dem dorf, die hier scheinbar das klettern etwas organisieren und informieren uns, wo man hier überall klettern kann.
Als timothey dann nach laurent, virginie und mir eine route klettern will, fallen plötzlich steine runter. Es ist aber kein steinschlag wie sich herausstellt, sondern die ziegen, welche oben auf dem fels sich ziemlich weit vorwagen. Wir warten, doch die gräser dort scheinen sehr zum verweilen einzuladen. Also essen auch wir zmittag..als die ziegen und wir fertig sind, klettern wir noch etwas und gehen dann in abdullahs (der kletterfritz) restaurant vorbei. Er hat hier die klettersache und laut einem anderen auch die drogen in der hand. (davon wollen wir allerdings nichts wissen.) man wird hier sehr oft angesporchen ob man nicht hasch kaufen will. Aber wenn man klar verneint ist es kein problem und man wird in ruhe gelassen. In abdullahs restaurant ist gerade alles im umbau, daher trinken wir nur einen tee und wollen einen anderen platz suchen. Abdullah empfiehlt uns einen platz am see. Und da wir ja nun unter seinem schutz stehen haben wir keine bedenken dort wild zu campen. So ist es auch und wir geniessen eine sternenklare nacht. Nanuks kommentar zum sternenhimmel war: „waaaaoooouuuuu“!
17.11.08
wir bleiben etwas länger liegen und bis wir aufstehen sind die weissen ivecos schon alle frisch gebadet vom fluss zurück. (puh also das wäre mir zu kalt und mit all den dörfern drumrum wohl auch etwas zu dreckig. Aber bon, jeder wie er will.)
da es hier wohl noch 2std dauern wird bis die sonne kommt wollen wir ein schönes plätzchen an der sonne suchen.
Wir parken in der nähe von der strasse bei ein paar häusern und wollen eigentlich zum kleterfelsen der aussieht wie ein gesicht. 
Die weissen ivecos gehen voraus, sie hatten nämlich nicht nur gebadet sondern auch schon gefrühstückt. (die haben uns heute also einiges voraus.) wir frühstücken, während einige kinder um die autos schleichen. Ein ganz frecher haut ans auto und verlangt geld, velos oder stylos. Wir geben weder das eine noch das andere. Ich würde den kindern ja gerne etwas geben, ich hab ja wirklich mehr als genug von allem im vergleich mit ihnen. Doch denke ich, dass das ständige verteilen von dingen auch nicht die lösung sein kann. Nun erwarten sie von jedem der kommt, dass sie selbstverständlich etwas kriegen. Die jungs werden immer frecher und als wir auch zum kletterfelsen gehen, lassen wir das auto nicht mit einem guten gefühl zurück.
Die strasse zum felsen ist gerade im bau und der bauherr meint zu uns, wir könnten ohne probleme mit unserem auto trotzdem durchfahren. Wir fragen ob unser auto denn dort oben nicht sicher sei. Die arbeiter aus dem dorf meinen es sei besser wir holen das auto, wenn die kinder schon so frech waren. Also tun wir dies. Als stefan abfährt werfen die frechen bengel mit steinen nach dem auto.
Stefans knie geht es besser und er klettert auch eine route. 
Gegen 14uhr machen wir los und schaffens heute tatsächlich nach chefchouen.
Wir finden sogleich den campingplatz welcher sehr schön über der stadt am berghang gelegen ist.
Nachdem die wäsche vorerst eingeweicht ist, machen wir gleich los in die medina um gemüse und früchte zu kaufen. (heute ohen guide!)
Wir kommen an vielen souvenirläden vorbei die allerlei hippiezeugs verkaufen, das wohl kaum einen marokkanischen ursprung hat.
In einer alten kasbah hats ein ethnologisches museum, wie im führer steht und dieses besuchen wir. Es werden ein paar traditionelle kleider und alltagsgegenstände gezeigt. Die beschriftung ist nicht sehr detailliert. So steht zum beispiel bei einem bemalten teller: teller, traditionell bemalt. Oder bei einer waffe: antike waffe. Aha!
Nachdem wir neben all den souvenirs doch noch einiges grünzeugs finden, essen wir in einem einfachen restaurant tagine und couscous.
Nach dem steilen aufstieg zum camping freuen wir uns aufs bett.
18.11.08
auf dem camping hätte es eigentlich eine waschmaschine, die ist allerdings dauernd besetzt. Daher entschliesse ich mich die wäsche von hand zu erledigen. Macht hier ja schliesslich die mehrheit der frauen auch so. ich sage also stefan bevor wir los in die stadt gehen, dass ich noch „schnell“ die wäsche machen werde.
Uff! Die waschmaschine ist wahrlich eine der tollsten erfindungen die es gibt! 2std. später ist alles gewaschen, obs auch wirklich sauber ist, will ich gar nicht wissen.
Stefan ist mittlerweile alleine in die stadt los, damit der schreiner nicht schon wieder geschlossen hat. Er will nämlich für nanuk ein bett über dem beifahrersitz bauen. So können wir abends noch am tisch sitzen wenn er schon schläft. (es ist nämlich nicht so gemütlich ab 19:30 alles im engen bett machen zu müssen
Fürs Mittagessen treffen wir uns in der stadt. Damit wir nicht zu lange aufeinander warten müssen, haben wir vereinbart, dass ich stefan auf dem handy anrufe, „hallo ich komme jetzt“ sage und uns dann am grossen platz treffen. So haben wirs gemacht. Kosten für die 4 worte; fr. 4.30!
Wir treffen uns also und gehen fein was zu Mittag essen. Stefan hat nicht nur holz sondern auch früchte und eine marokkanische handykarte besorgt. (super, denn mit dem schweizerhandy ists wahrlich der ruin.)
Nach der feinen tagine ächtsen schwerbeladen den steilen „stutz“ zum camping zurück. Hier ist wieder hausarbeit angesagt. Stefan wäscht das gemüse und ich den nanuk.
Abends machten wir ein feuer und assen gemütlich mit den „weissen ivecos“ bei lagerfeuerromantik „zancht“. 
19.11.08
heute sind wir früh los, in die stadt für kleinere erledigungen welche wir gestern nicht geschafft haben. Als wir dann wieder zurück den berg hinaufliefen, kletterte gerade eine ziege bis zuoberst auf einen grossen busch, um dort an die saftigen blätter zu kommen. Nanuk dachte wohl es sei ein kunsstück, denn er machte bravo und klatschte in die hände. Als dann kurz darauf der muezzin zum gebet rief, sag er andächtig mit: „alllaaaah, aaaaaa!“
stefan baute den ganzen Nachmittag fleissig an nanuks bett. Als es dann endlich fertig war, genoss nanuk seine neue höhle richtig und spielte zufrieden darin. Leider kann er von der höhe her nicht sitzen, sonst hätter er es auch tagsüber als spielecke nutzen können. (kam uns vorher leider nicht in den sinn. Hätte man es anders konstruiert, wär das durchaus möglich gewesen.) 
nach dem abendessen ist nanuk bei mir am tisch beim stillen eingeschlafen und ich konnte ihn in sein neues bett legen, wo er einige stunden friedlich schlief. Als er aufwachte war er etwas verwirrt wo er ist, aber das wird sich sicher auch noch bessern.
Da wir sehr müde waren haben wir heute den tisch gar nicht so richtig geniessen können, denn wir waren soo müde, dass wir kurz nach nanuk auch schon ins bett gingen.
20.11.08
was für ein tag! Wir habens überstanden und uns fest vorgenommen, so nicht mehr!
Da die route laut laurents (weisser iveco) guide sehr schön sein soll, haben wir uns für die östliche strasse von chefchaouen über ketama nach fes entschieden.
Mir und stefan und vielleicht auch den anderen, war aber nicht wirklich bewusst, wie weit durch kurvige, schlechte bergstrassen das wirklich ist. Sonst hätten wir mit sicherheit anders entschieden.
Der hacken am ganzen ist nämlich, dass man auf dieser strecke nicht übernachten und auch sonst kaum stehen bleiben kann. Das ganze gebiet in den rif bergen lebt vom cannabisanbau und das wollen sie einem unbedingt verkaufen. Wegen diesen belästigungen kommen nur noch wenige touristen und bei denen die kommen, wird angenommen, dass sie genau deswegen kommen.
Es wird einem daher dauernd mit haschischklumpen zugewinkt und noch mühsamer mit autos verfolgt und ausgebremst. Verneint man dann vehement, stösst man auf absolutes unverständnis.
Die route wäre landschaftlich wirklich super schön gewesen, doch die dauernden belästigungen waren sehr nervig. Und wir kamen daher und auch wegen der strasse nur langsam voran. Nanuk hielt super durch und nach 8uhr abends waren wir endlich in fes, nachdem wir durch eine mehr oder weniger irrfahrt durch die stadt den campingplatz gefunden haben. Die irrfahrt kommt daher, dass es zwei campings gibt und diese einander gegenseitig die beschilderung abmontieren! 
Unterwegs haben wir noch den tourbus von marokko sucht den superstar ürholt. 
fes
21.11.08
das motto von heute lautete, alles nur nicht Auto fahren.
Wir kruschen gemütlich auf dem camping rum und gingen gegen 15uhr los in die stadt. Mit dem bus!
Hier kommt man der bevölkerung tatsächlich näher. Der klapperbus erinnerte mich sehr an meine reisezeit in südamerika. Es holpert und quietsch der bus, dass man meint er fällt gleich auseinander. Die menschen quetschen sich rein obwohl eigentlich längs kein platz mehr ist und es duftet nach allerlei „menschlichkeit“.
Gleich bei der busendstation in der neustadt finden wir eine post. Da wir noch briefmarken brauchen und ein kleines paket aufgeben müssen, ziehen wir brav eine nummer. 225 und wir warten und warten und warten nach ca. 40min sind wir endlich bei 224 und dann springts direkt auf 229! – aha, es gibt da wohl verschiedene nummern für verschiedene geschäfte. 15min später kommt dann doch noch die langersehnte 225.
Angesichts der späten stunde entschliessen wir uns, heute nicht mehr weiter in die medina (altstadt) zu fahren. Sondern suchen noch eine bücherei, für den schnellleser timoté und trinken minzetee im cafe, bevor wir wieder die lustige busfahrt antreten.
Zum abendessen gingen wir wieder in den weissen iveco, wo die pläne für morgen geschmiedet wurden: früh aufstehen und früh los in die medina, evtl. mit guide.
22.11.08
wir sind also wirklich früh aufgestanden und schon vor 11uhr abmarschbereit. Dann warten wir 45min auf den bus, der laut auskunft alle 20min fährt. J
von der endstation in der neustadt geht es weiter mit dem petit taxi bis zum bab boujeloud (tor) wo wir in die medina und somit in eine ganz andere welt eintreten.
Heute morgen haben wir beschlossen es ohne guide zu versuchen und lassen uns nun treiben und schlendern durch die verwinkelten gassen.
Vergleichbar mit südamerika , aber irgendwie doch ganz anders, da alles in ganz engen gassen ist, wird hier alles und wirklich alles angeboten. Wobei es hier quartiere für das jeweilige handwerk gibt.
Als erstes sind wir in der lederabteilung, wo wir in der werkstätte vorbeischauen, wo alles von hand geschnitten, gepresst und genäht wird. 
(mirjam traf hier sogar das christkindli, welches ihr eine ziegenleder handtasche erfeilschte.)
dann ging die suche nach einem restaurant los. Eins mit einer terasse soll es sein, die küche möglichst sauber und der preis fern vom touristenwucher.
Mit hilfe eines marokkaners fanden wir eines das mehr oder weniger alles erfüllte und wir assen gemütlich in der sonne mit ausblick auf die stadt und das meer der sattelitenempfänger.
Am Nachmittag entdeckten wir noch was auf den ersten blick nach einer bäckerei duftete und aussah. Wir erfuhren dann aber, dass hier nur der holzofen ist, wo die familien ihren eigenen teig zum ofenmeister bringen, welcher ihnen das brot bäckt. (so ist man dann ganz sicher dass die haare im teig in der familie bleiben J). 
Weiter endteckten wir noch die ledergerberei, wo in mühseliger handarbeit von 250 familien das leder in aufwändigen prozessen gegerbt und gefärbt wird. Die familien arbeiten jedoch nicht alle miteinander, sondern man teilt sich die tage auf. Der einzige fortschritt der totalen handarbeit ist, dass die häute zum waschen nicht mehr mit den füssen gestampft werden, sondern man hat nun ein riesiges holzfass als waschmaschine. 
Im angrenzenden laden fand auch stefan noch das christkindli, welches ihm edle kamellederfinken bescherte.
Auch eine art kindergarten oder wohl eher schule, die kinder schrieben alle buchstaben (römische) endteckten wir. Stefan durfte an der tafel einige arabische buchstaben lesen und wurde von der lehrerin sehr gelobt. 
Es war schon dunkel als wir durch die verwinkelten gassen wieder den weg zum bab boujeloud fanden und uns dort ein petit taxi nahmen.
Abendessen gabs im ivecorouge und dann müde von all den eindrücken früh ins bett.
23.11.08
brr es ist kalt, da der himmel bedeckt isr und keine sonne scheint. Wir „troolen“ noch lange im bett herum, da die kälte uns nicht zum rausgehen einlädt. Als wir endlich doch aufstehen sind die weissen ivecos schon längst mit frühstück und schule fertig. Sie wollen nach dem Mittagessen weiter nach volubilis, der ältesten römischen stadt, und dann weiter südlich.
Da wir überhaupt noch nicht abfahrbereit sind und volubilis bei einem unseren früheren marokkobesuchen schon gesehen haben, entschliessen wir uns hier zu bleiben. Also trennen sich hier unsere wege. Wir verabschieden uns schweren herzens, denn es war wirklich eine tolle zeit mit den weissenivecos.
-liebe starcks, es war eine tolle zeit mit euch, vielen dank. Für eure weiterreise per land nach senegal wünschen wir euch alles gute und für eure segelreise, welche euch noch viel weiter bringt ganz viel wind und sowieso per land oder see eine handvoll wachsame schutzengel.-
wir machen bei uns im roten iveco mal wieder grossen putz und gehen am Nachmittag in den grossen suprmarche um noch einige vorräte für den süden zu kaufen. Zurück auf dem camping steht ein duro mit zürcher kennzeichen neben uns. Wi r geniessen es mal endlich wieder schweizerdeutsch zu hören.
zeida
24.11.08
heute geht es weiter aber wir kommen erst gegen 13uhr los. Nanuk schläft sogleich ein. Heute ist wunderbares wetter, das perfekte fotolicht. So kommen wir nur langsam voran, da wir öfters einen fotostopp einlegen. Aber das tempo ist angenehm so.
es war doch eine ganz schön lange strecke. Erst gegen 19uhr, nanuk wurde gerade unruhig, erreichen wir endlich unseren geliebten camping timney in zeida.
Es hat sich viel verändert. Die kasbah ist immer noch oder schon wieder im umbau. Leider ist der nachtwächter, mit dem sich stefan zu gut verstand auch nicht mehr da.. dafür ist das essen im restaurant immer noch so gut wenn nicht sogar besser.
25.11.08
neben uns stand schon gestern ein holländer mit seinem unimog mit motorschaden (er ist schon seit 5 wochen da und wartet auf einen neuen motor) (liebe bettina da kommen errinnerungen an australien, wo wir eine woche in kingstontown mit motorschaden festsassen). Heute morgen wurde nun der motor angeliefert. Nanuk und ich bestaunen gerade durchs fenster (es ist nämlich extrem kalt) wie sie das riesending nur mit manneskraft vom laster hiefen, da steht plötzlich laurent vom weissen iveco in unserem vorgarten.
Sie haben in den bergen übernachtet und ziemlich gefroren, am morgen hatte es sogar schnee und dachten sich als sie hier vorbeikamen, sie schauen mal ob wir hier sind. Voila! Also frühstück für alle bei uns im roten iveco.
Sie wollen gleich weiterfahren und fragen ob wir mitkommen. Wir brauchen aber erst mal eine pause, die etappe gestern war wirklich sehr lang und nanuk braucht mal wieder zeit zum rumtoben. Also ziehen sie weiter und wir machen uns ready für einen spaziergang ins dorf zum einkaufen.
Und wir laufen und laufen und laufen und das dorf kommt nicht. Haben wir uns tatsächlich so arg verschätzt mit der distanz? Als wir zur tafel kommen wo nach 1h marsch dann die tankstelle vor dem dorf mit 5km angezeigt wird, machen wir kehrt. Dass wäre ne tagestour. Aber der spaziergang war trotzdem schön und die aussicht auf den verschneiten atlas war toll. Es weckt so richtig die lust auf einen tag auf der piste. 
Zurück auf dem camping gönnen wir uns ein Mittagessen im restaurant. Der nette kellner von gestern bringt nanuk gleich sein spielzeuglastwagen, den er scheinbar gestern liegengelassen hat.
Als wir mit dem essen fertig sind gehen wir ein paar tische näher zum fernseher umd das wetter zu schauen. Da beobachte ich, wie der andere kellner beim tischabräumen ganz heimlich den spielzeuglastwagen in seiner hand verschwinden lässt. (ja so ist marokko, wie bei uns: der eine trägt dir deine sachen nach, ein anderer beklaut dich.) beim zahlen spreche ich den typ auf den lastwagen an und der will sich doch tatsächlich noch dumm stellen. Schliesslich kann er meinen bösen blicken nicht widerstehen und holt ihn.
Tja sehr schade, wir mochten diesen camping wirklich, nun hat er aber etwas von seinem zauber eingebüsst.
Nanuk hats gut, er kann im warmen auto in seiner badewanne baden, während wir in die zugige dusche müssen… 
Zeida à meski, source bleu
26.11.08
wir kommen sehr früh los, für unsere verhältnisse. Wir fahren auch zügig, das wetter lädt nicht zum verweilen ein. Es ist kalt, windig und bedeckt.
Als ich gerade beim hassanstaudamm, der erstaunlich viel wasser hat, ein foto machen will, da sind doch schon wieder die immergleichen französischen touristen im bild. Am ufer steht tatsächlich der weisse iveco. Wir fahren natürlich gleich runter und robinson kommt uns schon freudig entgegengerannt.
Sie haben hier gestern einen wunderbaren tag mit tollem wetter verbracht und anschliessend hier geschlafen. Wir essen zmittag und plaudern und fahren dann gemeinsam nach errachidia weiter, wo wir alle noch etwas einkaufen müssen.
In errachidia machen wir dann aber aus, das beide familien ihre dinge erledigen gehen, und inschalah (so gott will) wir uns unterwegs wieder treffen.
Wir gehen also zum markt und werden von ben aschah (oder so) zum tee eingeladen. Er war vor 3 monaten einen freund in der schweiz besuchen und erzählt uns nun vom globus in zürich und dem fondue in fribourg dass er grauslich fand. J
Als wir dann endlich loskommen, fahren wir auch noch 15km in die falsche richtung bis wir den lapsus bemerken. Also alles wieder zurück. Es ist aber schon dunkel und nachts wollen wir in marokko nicht fahren. (zu viele spezialisten ohne licht!) (dafür sehen wir noch die beleuchtung die uns in weihnächtliche stimmung versetzt, hier ist es allerdings für den könig.) 
daher machen wir beim ersten camping halt. Er soll eigentlich ganz schön sein, da er in einer oase mit eigener quelle (source bleue) ist.
Aber es ist etwas merkwürdig, ausser uns ist niemand da (seien alle wegen des wetters abgereist). Nach 5minuten kommen die ersten kinder welche stylos wollen. Die reception ist schon geschlossen aber der eine jugendliche, der sohn vom campingpächter, sagt wir sollen das morgen machen und gleich noch zum tee kommen. Wir verschieben den tee auf morgen und gehen mit einem nicht so tollen gefühl schlafen.
Meski à merzouga
27.11.08
es hat viel geregnet in der nacht und wir sind früh wach. Wir nutzen die gunst der frühen stunde und schauen uns die oase in ruhe an. Aber denkste, der junge vom camping ist auch schon wach und will uns nun zum tee einladen. Wir gehen nach dem frühstück und natürlich läuft es auf ein geschäft raus. Es wird ziemlich mühsam und kaufen dann halt die cd seiner band (welche wir eigentlich gar nicht wollen) und kamelsticker fürs auto für einen viel zu hohen preis, den er natürlich viel zu tief findet.
Wir lassen das hinter uns und fahren bis erfoud, wo sich die wege nach merzouga gabeln. Der eine geht geterrt über rissani und der andere direkt nach merzouga allerdings ist nach einigen kilometern die strasse zuende.
Wir würden gerne die direkte piste nehmen, doch hat es ja viel geregnet und die zementfurt durch den fluss ist nun total im fluss. Wir beobachten einige marokkanische klapperkisten bei der durchquerung, bis wir uns ein herz fassen und es auch versuchen. War gar nicht wild, hat halt nur tief ausgesehen. 
Auch das pistenfahren ist kein problem, nanuk schläft sogar bei dem geholper. Die sanddünen des erg chebbi sind sehr imposant, doch was hier mit tourismus abgeht ist absolut abstossend. 
Da reiht sich ein hotel ans andere und alle haben ihre schlepper welche einem in ihres zerren wollen. Wir steigen nicht mal aus und fahren durch um uns ausserhalb in der steinwüste ein ruhiges plätzchen zu suchen.
Das finden wir auch und schlafen unter einem prächtigen sternenhimmel mausbeinalleine und in frieden.
Merzouga à alnif
28.11.08
es war sehr kalt in der nacht und wir erwachen früh. Wir machen vorwärts, um vor den schleppern am see, den es dank des vielen regens gegeben hat, zu sein. Es soll hier flamingos haben. Die wollen wir dem nanuk zeigen. (gibt’s zwar gleich beim eingang des zürizoos auch aber so in freier natur ist das doch viel toller.)
als wir halten kommen schon die ersten turbanfritzen auf ihren töfflis und packen ihren schmuckbazaar aus. Wir probieren die taktik; ignorieren. Funktioniert gut, doch widerstrebt es mir eigentlich so unfreundlich zu sein.
Nanuk findets auch komisch, als er nämlich vom see zum auto zurückgeht um seine sändelisachen zu holen, getraut er sich nicht an den männern vorbei.
Ach ja flamingos hats keine gehabt, dafür hat nanuk ausgiebig im sand und steinen gespielt.
Die turbanos haben lange ausgeharrt, aber wir blieben auch stur und haben nichts gekauft.
Wir fahren also weiter und das grosse ziel ist die küste, wir wollen jetzt endlich mal warm. Es ist aber noch ein langer weg dahin und so ist das tagesziel agdz. (hier waren wir schon mal und es hatte uns sehr gefallen.)
Wir kommen bis alnif, wo gerade markt ist. Wir werden aber noch bevor wir aussteigen können schon wieder zum fossilienanschauen (kaufen,kaufen) angequatscht. –das nervt langsam-!
Wir gehen auf den markt, wo stefan noch einen ölfilterschlüssel suchen will, der ihm fehlt um beim auto das öl zu wechseln. Bei der ersten garage ists nichts dafür haben wir nun einen guide, der mit uns von hinz nach kunz geht, bis wir in einer garage mit ziegen im vorgarten fündig werden. Nun noch etwas gemüse und waschbrett (juhee fast wie ne waschmaschine) gekauft und zurück zum auto. (der ölfilterschlüssel passt nicht, also bringen wir ihn zurück).
Wir fahren noch ein kurzes stück, bis wir uns dieses tolle nachtplätzchen suchen.
Widererwarten sind wir die ganze nacht ganz allein und keine berber kommen zum tee oder fossielenverkaufen. Das tut gut.
Alnif à agdz
29.11.08
wir erwachen mit toller laune. Das ist doch wirklich das was wir suchen. Ruhe, tolle landschaft etc. es kommt zwar schon wieder ein berber, aber der will nur etwas quatschen und geht dann wieder. (so ists ok. Ich find das ja auch spannend wenn sie interessiert sind und vorbeikommen, aber wenn’s dann immer in einem gehandel um etwas das man weder will noch braucht, dann nervt das gehörig.)
nun aber los nach agdz, wo wir am frühen Nachmittag ankommen. Hier ist alles noch so toll und freundlich wie vor 3jahren. Doch sei es auch hier viel zu kalt für die jahreszeit. (aha alle anderen haben bis jetzt gesagt, das sei normal).
30.11.08 1.advent
juhee endlich scheint die sonne und es ist richtiges tischiiiwetter, sodass wir statt uns an der wärme der adventskranzkerze zu wärmen, in der sonne frühstücken. 
Und nochmals juheee die campingbesitzerin (eine französisin mit einem marokkaner verheiratet), lässt mich ihre waschmaschine benutzen. (gelegenheiten um mein neues waschbrett auszuprobieren gibt’s ja sicher noch genug.)


wow liebe nachbarn, ich bin ganz hin von den bildern und euren erlebnissen in marokko!! mirjam, du schreibst immer so aufmerksame schöne details. ganz liebe grüsse an alle aus meinem biederen mami-züri-leben, silvia
hallo ihr lieben
habe nun nach langem und zurück von indien, mich wieder mal über eure reise informiert…. also so ein bisschen tischiwetter würde ich auch toll finden, obwohl es ja zur zeit auch nicht so warm ist bei euch.
ich schicke jedenfalls einen schönen 2. adventsgruss und knuddle alle lieb speziell min gottli….
beso anne-c
Hallo Mirjam, Stefan und Nanuk
Als mein Mami mir am Telefon erzählte, dass man Eure Reise in ferne Länder via Internet mitverfolgen kann, bin ich schon einwenig neugierig geworden. Glückwunsch! Mirjam Du schreibst interessante Berichte über die vielen Erlebnisse und Eindrücke vor Ort. Nanuk sieht so glücklich auf den Fotos aus
Eure Reise ist ja ein richtiges Abendeuer! Für mich wäre es unvorstellbar, so lange und so weit wegzufahren (bin ja schon immer ein kleiner Angsthase gewesen). Ich wünsche Euch von Herzen weiterhin viele tolle und wunderschöne Erlebnisse. Herzliche Grüsse aus dem kalten und nassen Züri-Oberland.
Cousine Petra
Der Tuareq mit dem Töffli in Merzuga muss der “Schreiber” sein, denn wir im Februar 2007 da getroffen haben.
Zuerst wollte er uns weismachen, dass wir nicht zu Fuss in den Dünen hochgehen können. Dafür sei ein Ritt mit dem Kamel viel viel besser….. Als wir auch von seinem Angebot der Versteinerungen keinen Gebrauch machten, wollte er unsere Vornamen wissen, er werde sie dann in arabisch in den Snd schreiben. Das konnten wir ihm ja zuliebe tun, damit zockt er uns Touris ja nicht ab.
Also schrieb er meinen Namen “Sylvia” und dann noch “Peter”. Sah schon arabisch aus…. Peter “belehrte” ihn: “das ist kein “e” …. kleinlaut sagte der Tuarq ” ich habe nie schreiben gelernt” er zog von dannen und wir konnten die Eindrücke der Dünne in aller Ruhe geniessen und warten bis die Sonne am Horizont verschwand (der Sonnenuntergang und eine Fahrt mit dem Jeep durch die Wüste wurde uns als Touristen als Atraktion für teures Geld verkauft worden) Ja, wenn man eine Reise tut, da will man ja auch etwas erleben…… Mima
Schön von euch zu hören und dass es euch trotz den nicht immer einfachen Umständen anscheinend blendend geht!!
Seit dem Fahrplanwechsel, ja so was gibt es in der Schweiz, fahren bereits einige Kobras auf der 3er Strecke… und der Schnee macht Zürich zu einer Märchenlandschaft… übrigens: die Waschmaschine am Rütiwiesweg funktioniert zur Zeit einwandfrei
Macheds guet und denn schöni Wiehnachte! Liebe Grüsse, Katrin
HO HO HO Ihr Lieben und herzliche Weihnachtsgrüsse in die Ferne!
Genau wie bei Euch sieht es hier aber eher nach Ostern als nach Weihnachten aus..von wegen weisse Weihnacht, da hätten wir letzte Woche feiern müssen:-)) Wie dem auch sei, wir geniessen unser Frei und hoffen es geht Euch gut. Seid lieb gedrück, Anja und Robert